Martha

Martha und ihre Gefährtinnen Mausi und Mimmi stammen aus Niederbayern und wurden von Tierschützerin Anja vor der Schlachtung gerettet. Sie gab die drei Schweinemädchen in die Obhut eines süddeutschen Tierschutzvereins, der sehr viele Schweine gerettet hatte, aber dort gingen die Drei leider ein wenig unter. Im Sommer 2014 brachte Anja deshalb ihre drei Schützlinge in unsere Pflegestelle Wiesloch (zwischen Heidelberg und Heilbronn) und von dort ging ihre Reise im gut belüfteten Anhänger von Schutzengel für Tiere weiter nach Rehden in Niedersachsen. Wir legen bei der Fütterung Wert darauf, dass alle Schweine in Ruhe fressen können, denn Schweine sind extrem futterneidisch. Und rangniedrige Tiere kommen dann leider zu kurz, wenn es keine Fressstände gibt. Martha, Mimmi und Mausi lebten sich gut ein. In Rehden genossen sie von Mai bis September Freilandhaltung, von Oktober bis April wohnten sie im Stall, weil in Rehden wegen der Nähe zum Moor die Flächen im Winter meistens unter Wasser stehen.

Im April 2018 sind unsere Schweine alle in den Hochsauerlandkreis, nach Erflinghausen bei Meschede, umgezogen. Das Veterinäramt in Soest, wo sich eine weitere Pflegestelle für Schweine befand, hatte die Auflage gemacht, einen zweiten stromführenden Zaun zu ziehen, weil wegen der drohenden afrikanischen Schweinepest ein Kontakt mit Wildschweinen sicher ausgeschlossen werden muss. Der Zaun hätte uns aber nicht von der möglichen Stallpflicht bewahrt, wenn die afrikanische Schweinepest Deutschland erreicht. Und in Schwefe gab es nur kleine Holzoffenställe, in denen man die Schweine nicht artgerecht hätte aufstallen können, wenn die Freilandhaltung verboten wird. Deshalb entschieden wir schweren Herzens (weil ein Umzug immer jede Menge Stress für Tier und Mensch bedeutet und natürlich auch hohe Kosten), einen neuen, möglichst sicheren Platz für unsere Schweine zu suchen. Den haben wir in Erflinghausen bei Meschede im Hochsauerland gefunden. Eine Beschreibung des neuen Zuhauses unserer Schweine finden Sie unter diesem Link. Der Platz hat den großen Vorteil, dass es im Umkreis von 1000 Metern keine Schweinemastbetriebe gibt. Wenn die Schweinepest in einem Maststall ausbricht, werden nämlich oft im Umkreis von einem Kilometer alle Schweine vorsichtshalber umgebracht. Eine schreckliche Vorstellung.

Deshalb beschlossen wir nach reiflicher Überlegung, auch die Schweine aus Rehden nach Erflinghausen zu bringen. Denn Rehden befindet sich im Landkreis Diepholz, der nächstgelegene Landkreis ist der Kreis Vechta (die Hochburg der Schweinemast). Und in weniger als 1000 Metern Entfernung zu unserer ehemaligen Schweine-Pflegestelle Rehden befinden sich gleich zwei große Schweinemastanlagen. Das Risiko einer Tötung unserer Schweine bei Ausbruch der afrikanischen Schweinepest in Rehden wäre somit hoch und deshalb erschien es sinnvoll, die Schweine umzusiedeln. Wir mussten auch handeln, bevor die Schweinepest ausbricht, denn dann tritt umgehend ein Transportverbot in Kraft und zeitgleich Stallpflicht für alle Schweine, zumindest in dem betroffenen Landkreis, unter Umständen aber auch gleich im ganzen Bundesland. Es wäre dann also zu spät gewesen.

Zurück nach Meschede: Hier und wahrscheinlich auch anderswo wird derzeit keine Freilandhaltung mehr neu genehmigt, unsere Schweine müssen zumindest vorerst also im Stall bleiben. Aber die Front des 680 qm großen von uns gepachteten Stalles ist offen, morgens scheint die Sonne von vorne herein und abends von hinten. So können die Schweine sich auch im Stall sonnen und haben Lebensqualität. Und auch wenn die Stallpflicht kommt, darf die Front offen bleiben. Denn die Fläche vor dem Stall haben wir zusätzlich eingezäunt, so dass ein Kontakt mit Wildschweinen ausgeschlossen werden kann. Martha neigt leider ein wenig zur Räude, sie wird regelmäßig behandelt.

Martha lebt in Meschede

(im Hochsauerland in NRW)

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